Wissenschaftliche Expertise
Wissenschaftlich begleitet wird die Studie von Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, der bereits 2024 und 2025 Teil des Expertenteams der Schörghuber Zukunftsstudie war.
Kindheits- und Jugendforscher haben herausgefunden, dass junge Menschen bei ihren Zukunftsprognosen in erster Linie intuitiv geleitet sind. Ihre Einschätzungen, was die Zukunft bringt und wie sich die Welt verändern wird, basieren weniger auf harten Fakten als auf einem Bauchgefühl. Vor diesem Hintergrund ist es umso bemerkenswerter, dass sie mit ihren Prognosen zur Zukunft meistens recht haben.
Das sollte uns dazu veranlassen, noch viel genauer auf die junge Generation zu schauen. Sie ist wie ein Barometer, das uns wertvolle Hinweise darauf gibt, wie wir unsere Zukunft gestalten können. Wie junge Menschen ihr Leben leben wollen, was ihnen wichtig ist und was nicht – Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sollten noch viel stärker beherzigen, welches Bild die „Generation Future“ von der Zukunft hat. Sie sind nicht nur unsere zukünftigen Kundinnen und Kunden, sondern auch unsere künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihre Werte, ihr Konsumverhalten und ihre Erwartungen prägen die Märkte und die Arbeitswelt von morgen.
Unsere Zukunftsstudie über die Generation Future, die 16- bis 35-Jährigen in Deutschland, geht ins dritte Jahr. Und sie hat einmal mehr spannende Erkenntnisse zutage gefördert. Der Optimismus, der noch die Studien der beiden vergangenen Jahre prägte, ist teilweise verloren gegangen. Die Generation Future ist in einer neuen Realität angekommen. Was das für die Bereiche Wohnen, Arbeiten, Reisen und Konsum bedeutet, stellen wir in unserer neuen Zukunftsstudie 2026 vor. Wir haben uns bewusst für diese Bereiche entschieden, da sie für unsere Unternehmensgruppe besonders wichtig sind: Hier wirken wir mit unseren Unternehmensbereichen und können auf diese Weise direkten Einfluss nehmen auf das, was junge Menschen von einem guten Leben morgen erwarten.
Dass sie grundsätzlich noch immer davon überzeugt sind, einen Weg zu finden, ihren Alltag trotz aller Herausforderungen sinnvoll und für sich selbst erfüllend zu gestalten, stimmt mich als Vertreter der Generation Future positiv.
Diese ausführliche Studie folgt auf den Puls-Check 2025 und schließt inhaltlich an die Zukunftsstudie 2024 an. Wie auch schon in den vorausgegangenen Studien stellen die Ergebnisse ein Stimmungsbild dar und zeigen, wie sich unsere Gesellschaft im Lauf der letzten beiden Jahre entwickelt hat. Und wie sie sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird. Was beschäftigt junge Menschen von heute mit Blick auf morgen? Welche Wohnform interessiert die Generation Y und Z? Wie stellen sie sich ihren Arbeitsplatz vor? Von welcher Bedeutung ist das Thema Konsum, und worauf kommt es ihnen beim Reisen an?
Die Studie gliedert sich in vier thematische Bereiche, die die Einschätzung der Jugend von heute mit Blick auf ihre Zukunft abfragen: Wohnen, Arbeiten, Reisen und Konsum.
Datenbasis für diese Studie stellt eine nach Alter, Region und Geschlecht repräsentative Befragung von 2.000 in Deutschland lebenden Menschen im Alter von 16 bis 35 Jahren dar. Die Befragung wurde im Zeitraum vom 12. bis 20. November 2025 vom Marktforschungsunternehmen Kantar in Form von Online-Interviews durchgeführt. Um Entwicklungen zwischen den unterschiedlichen Altersgruppen herausarbeiten zu können, wurde die Stichprobe nach Alter unterteilt – in vier Gruppen bzw. in die beiden Generationen Y (von 26 bis 35 Jahren) und Z (von 16 bis 25 Jahren).
Unsere Zukunftsstudie über die Generation Future geht ins dritte Jahr. Und sie hat einmal mehr spannende Erkenntnisse zutage gefördert. Der Optimismus, der noch die Studien der beiden vergangenen Jahre prägte, ist teilweise verloren gegangen. Die Generation Future ist in einer neuen Realität angekommen. Was das für die Bereiche Wohnen, Arbeiten, Reisen und Konsum bedeutet, stellen wir in unserer neuen Zukunftsstudie 2026 vor.
Hier geht es zur Schörghuber Zukunftsstudie aus dem Jahr 2024. Sie beschäftigt sich in den fünf Themenfeldern Wohnen, Arbeiten, Mobilität & Reisen, Konsum und Allgemeine Zukunftserwartung mit der Generation Future.
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Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung in der Kindheits- und Jugendforschung bringt der renommierte Wissenschaftler Prof. Dr. Klaus Hurrelmann wertvolle Impulse in die Studie ein – für die Erarbeitung des Fragebogens und natürlich für die Bewertung der Ergebnisse.
Prof. Dr. Klaus Hurrelmann ist Senior Professor of Public Health and Education an der Hertie School – University of Governance, Berlin, und einer der führenden deutschen Bildungsforscher. Über die vergangenen 40 Jahre hat er seinen wissenschaftlichen Fokus auf junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren gerichtet.
Die beruflichen Vorstellungen der jungen Generation sind geprägt von hohen Ansprüchen an Spaß an der Arbeit und an moderne Arbeitsbedingungen. Doch trotz dieses Idealismus reagieren sie pragmatisch auf die Realität eines Arbeitsmarktes, der individuelle Träume nur begrenzt erfüllen kann. Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit wird nicht geleugnet, sondern durch Anpassungsbereitschaft und das Suchen von positiven Seiten an der Arbeit ausgeglichen.
Die Wohnwünsche der jungen Generationen zeichnen ein Bild, das von traditionellen Leitbildern, hohen Freiheitsbedürfnissen und starken Komfortansprüchen geprägt ist. Zugleich wird deutlich, dass diese Wünsche in einem angespannten Wohnungsmarkt mit begrenzten Ressourcen schwer realisierbar sind – und dass die junge Generation dies durchaus erkennt.
Dennoch halten sie an ihren Vorstellungen fest und zeigen nur begrenzte Bereitschaft auf Raum, Komfort oder Autonomie zu verzichten. Laut Prof. Hurrelmann öffnet sich damit zwischen Wunsch und Wirklichkeit eine Kluft, die gesellschaftlich und politisch zunehmend relevant werden dürfte.
Der Verzicht auf Komfort, Service oder hochwertige Ausstattung kommt nur für eine Minderheit infrage. Die hohen Qualitätsansprüche – etwa saubere, großzügige Zimmer, vielfältige Verpflegung, Zimmerservice oder Hotels statt Selbstversorgung – bleiben für die meisten unverzichtbar. Die Bereitschaft, das eigene Reiseerlebnis der Umwelt zuliebe deutlich zu verändern, ist begrenzt. Die junge Generation zeigt damit ein selektives Umweltbewusstsein: Grundsätzliche Zustimmung zu Nachhaltigkeit, aber eine geringe Bereitschaft, dafür spürbare Einbußen im Urlaub hinzunehmen. Damit wird ein Muster sichtbar, das neben dem Reisen auch in den anderen Lebensbereichen aufscheint: Die Erwartungen an die Lebensqualität sind etwas höher als die Bereitschaft, diese Standards zugunsten gesellschaftlicher oder ökologischer Ziele zu reduzieren.
„Reisen ist für die junge Generation ein bedeutsamer Lebensbereich, der stark auf Erlebnisqualität, Komfort und gemeinsames Erleben ausgerichtet ist. Die Ansprüche an Unterkunft, Service und Verpflegung sind hoch, und der Urlaub wird als belohnender Ausnahmezustand gelebt, für den man im Alltag bewusst spart. Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Grenze des ökologischen Engagements: Ideelle Ziele werden unterstützt, aber ein Verzicht auf Komfort – oder höhere Kosten – wird nur von einer Minderheit akzeptiert.“
Prof. Dr. Klaus Hurrelmann
Fast die Hälfte der Befragten – unabhängig vom Geschlecht – bevorzugt den pragmatischen Einkauf, wie etwa in Supermärkten oder bei großen Modeketten. Das deutet darauf hin, dass Bequemlichkeit, Verfügbarkeit und Effizienz wichtiger sind als Individualität oder besondere Einkaufserlebnisse. Dass hingegen der Konsum von Alkohol rückläufig ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Und so verwundert es nicht, dass im Vergleich zu 2023 die Zahl derer, die keinen Alkohol trinken, noch einmal sichtbar gestiegen ist (von 25 % auf 29 %) – und zwar in allen Altersgruppen. Restaurants und Bars werden vor allem besucht, um Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen – so die häufigste Antwort auf die Frage nach den Gründen. Wie in anderen Lebensbereichen spielen auch hier soziale Bindungen und das gemeinsame Erleben eine wichtige Rolle.
Die Gesamtzufriedenheit im Leben wird von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren beeinflusst, die je nach individueller Lebenssituation, Geschlecht und Generation unterschiedlich gewichtet werden. Die Ergebnisse der Befragung zeigen deutlich, dass soziale, finanzielle und gesundheitliche Aspekte für die Mehrheit der jungen Menschen eine zentrale Rolle spielen.
Als wichtigster Einflussfaktor auf die Lebenszufriedenheit wird von 63 % der Befragten die Familie genannt. Sie bildet für viele Menschen das emotionale Fundament des Lebens und steht für Unterstützung, Geborgenheit und Stabilität. An zweiter Stelle folgt die finanzielle Sicherheit mit 56 %. Ein gesichertes Einkommen, die Möglichkeit zur Vorsorge sowie ein gewisser finanzieller Handlungsspielraum sind für viele Befragte entscheidend, um ein sorgenfreies und in ihren Augen gutes Leben führen zu können. Von fast ebenso großer Bedeutung sind die psychische und physische Gesundheit als maßgeblicher Zufriedenheitsfaktor.
Zum Abschluss der Befragung wurden die Teilnehmer*innen gebeten, 100 Punkte auf die vier Bereiche Arbeiten, Wohnen, Reisen und Konsum zu verteilen – je nachdem, wie wichtig sie ihnen für ein gutes Leben sind.
Stimmungswandel führt zu Fokus auf Lebensqualität
Im Vergleich zur ersten Zukunftsstudie vor zwei Jahren blicken junge Menschen heute spürbar weniger optimistisch in die Zukunft. Doch von Resignation oder Pessimismus kann keine Rede sein. Stattdessen hat die Generation Future Konsequenzen aus den veränderten Rahmenbedingungen gezogen und ihren Alltag angepasst – selbstbewusst, reflektiert und lebensbejahend.
Zentral für ihre Alltagsgestaltung ist eine bewusste Ausrichtung auf Lebensqualität im Hier und Heute: Wohnen, eine erfüllende Arbeit und soziale Beziehungen bilden für die Generation Future die zentralen Säulen eines guten Lebens. Trotz steigender Kosten, schwieriger Marktbedingungen oder äußerer Unsicherheiten gestaltet sie ihren Alltag nach eigenen Vorstellungen.
Selbstfürsorge steht dabei im Mittelpunkt. Jedoch nicht im Sinne einer egoistischen Spaß- oder Genussorientierung – vielmehr zeigt sich ein bodenständiger und verantwortungsvoller Lebensstil, der an einem traditionellen Wertesystem ausgerichtet ist.
Themen wie Nachhaltigkeit bleiben dabei relevant, müssen sich jedoch zunehmend an ihrer konkreten Umsetzbarkeit und ihrer Vereinbarkeit mit dem Alltag messen lassen.
Die jungen Menschen schaffen sich damit selbst, was ihnen die äußeren Umstände angesichts globaler Krisen nicht zu bieten vermögen: ein Gefühl von Stabilität, Beständigkeit und Sicherheit.
Die eigenen vier Wände sind Ausgangspunkt dieser Studie über das Leben junger Menschen zwischen Schule, Studium, Beruf und Freizeit. Die Antworten auf die Frage, wie junge Menschen in den nächsten fünf bis zehn Jahren wohnen möchten, zeigen ein eher traditionelles Bewusstsein (s. Grafik). Mit insgesamt 74 Prozent liegen die klassische Mietwohnung und das Hauseigentum weit vor allen anderen Wohnformen.
Auffällig ist, dass das Haus als Mietobjekt jedoch mit weniger als 10 Prozent rangiert – und die Wohnung als Eigentum bei lediglich rund 15 Prozent. Das lässt den Schluss zu, dass für jungen Menschen Haus und Wohnung Immobilienformen sind, in die sie langfristig investieren möchten: Wenn schon Haus, dann soll es das eigene sein. Wenn Wohnung, dann nur auf Zeit und für bestimmte Lebensabschnitte. Zwar lässt sich bei der Generation Z mit 16 Prozent eine leichte Tendenz zur Eigentumswohnung erkennen (gegenüber der älteren Generation Y mit 13 Prozent), dennoch kann allgemeingültig die Wohnung überwiegend als eine Art Übergangsform herausgelesen werden.
Im Bereich Wohnen beschäftigt sich die Studie darüberhinaus mit den unterschiedlichen Wohnformen, die die Befragten präferieren – vom allein Wohnen bis zum Leben im Familienverbund. Sie gibt Aufschluss darüber, ob die jungen Menschen lieber auf dem auf dem Land oder in der Großstadt leben und ob der allgemeinen Wohnungsnot durch kleinere Wohneinheiten und den Verzicht auf Platz begegnet werden kann.
Für die meisten Menschen in Deutschland ist die berufliche Arbeit essenziell für ihre Existenz. Darüber hinaus verleiht sie Wertschätzung, ermöglicht Selbstverwirklichung und verschafft ein Gefühl der Zugehörigkeit– zu Kolleg*innen und zu einem großen Ganzen. Dennoch kann der Job auch belastend sein und gesundheitliche Probleme verursachen. Wie Arbeit von jungen Menschen aktuell empfunden wird, zeigt die Gesamtübersicht (s. Grafik).
Dass Arbeit Freude machen soll, liegt mit 85 Prozent wenig überraschend auf Platz eins. Doch das ist für einen Großteil der Befragten lediglich ein Idealbild, das sie in der aktuellen Arbeitswelt so nicht wiederfinden: 72 Prozent empfinden Arbeit als „notwendiges Übel“, um Geld zu verdienen. Viel konträrer könnten die beiden meistgenannten Aussagen zu Arbeit und Beruf nicht sein. Es ist ein höchst aussagekräftiges Stimmungsbild zweier Generationen im Wechselspiel von Wunsch und Wirklichkeit. Auffallend ist, dass die jüngere Generation Z die Option „notwendiges Übel“ mit 75 Prozent sogar noch häufiger nennt. Gerade die Menschen, die aktuell zur Schule gehen, studieren, eine Ausbildung machen oder bereits erste Schritte ins Berufsleben gemacht haben, sehen im aktuellen Arbeitsmodell eher eine Pflicht als die Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung. Ein Großteil derjenigen, die dem Arbeitsmarkt der nächsten 40 bis 45 Jahre zur Verfügung stehen wird, wünscht sich offensichtlich Alternativen, die mehr ihren persönlichen Prioritäten entsprechen. Dies belegt auch die bei dieser Generation stark ausgeprägte Tendenz, dass Arbeit einem höheren Ziel dienen sollte.
Im Weiteren fragt „Generation Future“ nach den Gründen, warum junge Menschen Geld erwirtschaften wollen, und nach Arbeitsmodellen der Zukunft. Auch der Frage, was einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht, geht die Studie nach.
Der Blick auf die genutzten Verkehrsmittel gibt Einblick in die bevorzugte Art der Mobilität zwischen Wohnort und allgemeinen Fahrtzielen: Der eigene PKW wird im Schnitt fast doppelt so häufig genutzt wie der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV).
Bei der Generation Y ist das private Auto sogar dreimal beliebter als Bus, Straßenbahn oder Zug. Bei der Generation Z zeigt sich dagegen eine deutliche Verschiebung hin zum ÖPNV: Auch wenn das Auto bei dieser Altersgruppe das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel ist, sind die Unterschiede zur Generation Y klar zu erkennen.
Weiter zeigt die Studie, dass mehr Frauen als Männer das eigene Auto nutzen (39 zu 34 Prozent). Dies lässt sich darauf zurückführen, dass Frauen häufiger als Männer komplexere Wege zu bewältigen haben, die mit der Flexibilität und Transportfunktion des eigenen Pkw besser umgesetzt werden können. Denn in Deutschland liegt nach wie vor eine stärkere Verantwortlichkeit bei Frauen, wenn es um Kinderbetreuung (Fahrten zur Kita, Schule oder Freizeitaktivität) oder andere Care-Arbeit wie Einkaufen, Umsorgung der älteren Generation oder Arztbesuche geht.
Beim Thema Reisen präsentiert sich ein aus wissenschaftlicher Sicht bekanntes Bild (s. Grafik): Obwohl innerdeutsche Reisen hier auf Platz eins rangieren, stehen bei den jungen Generationen Fernreisen mit Freunden, Lebenspartner*innen oder der Familie mit Kindern trotz Umweltbewusstsein und Klimakrise weiterhin hoch im Kurs.
Der Bereich Zukunftserwartungen unserer Studie zeigt, dass junge Menschen in ihrem persönlichen Handeln durchaus einen wichtigen Hebel sehen, um die Folgen der Klimakrise abzuschwächen oder sie gar zu überwinden.
Dennoch sind sie wenig entschlossen, wenn es um Veränderungen ihres persönlichen Konsumverhaltens geht: 40 Prozent geben an, „teils, teils“ ihr persönliches Konsumverhalten ändern zu wollen, um die Umwelt zu schonen. Jede*r Sechste jedoch will das wenig oder gar nicht tun. In keiner Alters- oder Geschlechtergruppe findet sich eine Mehrheit, die ihr persönliche Verhalten stark oder sehr stark zugunsten des Umweltschutzes verändern will.
Bewusste Ernährung ist für viele Befragte ein sinnvoller Hebel für den Umweltschutz. Ob der Konsum regionaler Lebensmittel, mehr Bioprodukte oder die Verringerung von Fleischkonsum: Hier stimmen die Befragten mehrheitlich zu. Und auch bei der Frage, welche Maßnahmen insgesamt die wirkungsvollsten sind, um Umweltbelastungen zu reduzieren, wird die Förderung des Konsums lokaler Lebensmittel am häufigsten genannt (s. Grafik). Frauen befürworten neun der zehn genannten Maßnahmen signifikant stärker als Männer. Dass der Mensch keinen Einfluss auf das Klima hat, meinen 10 Prozent der Befragten. Diese Option findet übrigens mit zunehmendem Alter immer mehr Zustimmung.
In diesem Bereich wurden verschiedene ergänzende Facetten der Zukunftsbetrachtung untersucht, die nicht bereits Gegenstand der vorherigen Bereiche waren. Dazu zählen übergeordnete Themen wie die Klimakrise, nachhaltige Lebensführung und Ängste.
Aber auch die Vorstellungen zum Leben in einer Partnerschaft und Familie – in Verbindung mit dem Kinderwunsch – monetäre Ziele für das Leben, die Frage nach dem Lebensglück und allgemeine Erwartungen an die Zukunft sind Gegenstand der Analyse.
Die Klimakrise ist eines der drängenden Themen unserer Gesellschaft. Bündnisse wie „Fridays for Future“ oder „Die letzte Generation“ zeigen, wie sehr sich hier gerade jüngere Menschen für die Zukunft engagieren. Etwa die Hälfte der Befragten hält den persönlichen Beitrag für den wichtigsten Baustein, um die Klimakrise zu überwinden oder abzuschwächen (s. Grafik). Ohne eigenes Zutun, so die Mehrheit, lasse sich die Klimakrise nicht in den Griff bekommen. Damit sehen deutlich mehr Befragte sich und ihre Mitmenschen in der Verantwortung und erhoffen keine entscheidenden Impulse von der Politik (39 Prozent). Gerade die Vertreter der Generation Z, denen allgemein eine sehr starke persönliche Identifikation mit dem Thema Klimawandel nachgesagt wird, stimmt weniger häufig zu, einen eigenen Beitrag leisten zu müssen, und sieht stattdessen die Politik deutlich stärker in der Pflicht.